sozial

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Das dritte Standbein der Vision des Zusammenlebens im Projekt – die soziale Komponente - ist untrennbar mit den anderen Komponenten verflochten, insbesondere dem Zusammenleben von Jung & Alt. 

Dies betrifft zuerst – aber nicht nur - die genossenschaftlichen Mietwohnungen, die sich an den Kriterien des Sozialen Wohnungsbaus orientieren, weil sie mit öffentlichen Mitteln (KfW-Krediten, Investitionsbank) gefördert wurden. Satzungsgemäß soll die Torfwiesenau (TWA eG) den Mietern dauerhaft preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen. Die Wohnungsvermietung ist deshalb an Höchstgrenzen des Einkommens- und der Wohnflächen pro Person und Haushalt gebunden (Wohnberechtigungsschein + 30% ist Voraussetzung).

Aber auch darüber hinaus ist in der Genossenschafts-Satzung die aus der Vision des Wohnprojektes abgeleitete zentrale Rolle des Gemeinschaftslebens und des Vorrangs der gemeinsamen Interessen vor dem des Einzelnen fest verankert. Dieser Aspekt betrifft übrigens nicht nur die genossenschaftlichen Mieter, sondern auch die Wohnungseigentümer, die automatisch ebenfalls Mitglied in der Genossenschaft werden, wenn sie hier eine Wohnung kaufen. Dieses, von Anbeginn in der Struktur der TWA verankerte Prinzip der checks & balances, soll u.a. auch verhindern, dass die Genossenschaft als Mehrheits-Eigentümer der Wohnungen in der TWA die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) dominiert. Im Gegenzug wurde den genossenschaftlichen Mietern ein weitgehendes Mitspracherecht in den WEG-Versammlungen eingeräumt.

Um auch einkommensschwachen Mietern das Wohnen in der TWA zu ermöglichen, wurde u.a. ein Sozialfonds angelegt, in den die GenossInnen je nach ihren Möglichkeiten einzahlen. Er soll in Not geratene MieterInnen vorübergehend unter die Arme greifen. Davon unabhängig unterstützen einige GenossInnen – sowohl Eigentümer als auch Mieter – bedürftige GenossInnen durch großzügige Kredite oder Spenden.

Die materielle oder finanzielle Seite der sozialen Komponente ist aber nicht die Einzige, und vermutlich nicht einmal das Wichtigste.  Das Miteinander-Leben auf so engem Raum wäre schwer möglich, wenn die BewohnerInnen nicht bereit wären, sich – mehr als im normalen Leben – aufeinander einzulassen, sich gegenseitig wahrzunehmen, zuzuhören und gegenseitig zu helfen. Dies ist nachhaltig nur dann möglich, wenn praktizierte Solidarität und Toleranz sich mit größtmöglichen Freiräumen für eigenverantwortliches Denken und Handeln untrennbar verbinden.  Hier gibt es noch viel zu lernen. Der Weg ist das Ziel.